"Weiße Wannen - einfach und sicher", 11. Auflage

Re: "Weiße Wannen - einfach und sicher", 11. Auflage

Ungelesener Beitragvon Dieter B. aus B. am Do 12. Apr 2018, 06:41

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Dieter B. aus B.
 
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Re: "Weiße Wannen - einfach und sicher", 11. Auflage

Ungelesener Beitragvon Haevernick am Do 12. Apr 2018, 10:01

Kellerwände mit Halbfertigteile ist eine ganz andere Herangehensweise. Da ergeben sich aus den Elementfugen Sollbruchstellen, die separat innenliegend und/oder außenliegend abgedichtet werden. (Verminderte Zwangbeanspruchung---> i.d.R. reicht hier die Auslegung der Bewehrung aus dem Tragfähigkeitsnachweis+ lokale Zulagen an Sohle/Decke). Gibts ein eigenes Kapitel in der WU-Richtlinie.

Problem ist die hochwertige Nutzung. Streng genommen ist auch nach wu-Richtlinie die Konstruktion nur zu 95% dicht. Ein Nachverpressen ist also grundsätzlich mit einzukalkulieren.
Frage: Ist die Konstruktion nach dem Ausbau noch kontrollierbar? (Ist der Bauherr bereit, bei Leckage den Fußboden wieder aufzunehmen?)
Frage: Wird wirklich baupysikalisch so ausgebaut, wie es soll? (Klimatisierung, belüfteter Fußboden etc.)?
Frage: Wurde die Dichtigkeit rechnerisch nachgewiesen (nachgewiesene Druckzonen) bzw. sind Sekundärabdichtungen vorgesehen...?
Und so weiter...
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Re: "Weiße Wannen - einfach und sicher", 11. Auflage

Ungelesener Beitragvon R. Harzer am Do 12. Apr 2018, 13:06

Hallo noch einmal,

ich möchte noch kurz auf Ihre weiteren Fragen antworten. Also ich würde auch eher einen C25/30 nehmen anstatt einen C30/37. Der C25/30 ist mit w/z = 0,55 auch herstellbar und das kann man auch mit dem Herstellerwerk vereinbaren. Ansonsten hängt es bezüglich des Ansastzes der zul. Rissbreiten (ob rein nach wu-RiLi oder etwas höhere Anforderungen nach Lohmeyer) auch ein wenig davon ab, ob Sie z.B. nachher noch die Möglichkeit haben, ggf. den ein oder anderen Riss zu verpressen. Aber ich selbst bin immer noch der Ansicht, dass die Rissbreiten nach wu-Richtlinie ausreichend sind und man die ganzen Randbedingungen aus konstruktiver Sicht einfach konsequent beachten muss.

Zum Thema Selbstheilung: Das Wasser muss unmittebar nach Herstellung der Wand kommen, damit die Selbstheilung möglichst schon vor dem Ausbau / Bezug abgeschlossen ist!
Diese Risse können nämlich anfangs Wasser bis auf die Innenseite führen, was dann aber mit der Zeit durch die "Selbstheilung" aufhört. Das ist auch ein wichtiges Thema mit Hinblick auf hochwertige Nutzung! Hier ist es eigentlich besser, die Variante zu planen, dass gar keine Risse auftreten oder eben Sollbruchstellen mit entsprechenden Fugenbändern und ggf. zusätzlichem Verpressschlauch. So etwas kann man z.B. mit Elementwänden bei ordentlicher Ausführung (was eh das A und O ist) ganz gut hinbekommen.
Wenn gar nicht genug Wasser kommt, um die Selbstheilung zu erreichen, ist das nur solange OK, solang wirklich nie Wasser kommt. Wenn das Wasser erst ein Jahr nach Fertigstellung kommt, dann fängt es dann ggf. erst auch an, innen feucht zu werden. Deswegen fordert die wu-RiLi ja auch, dass das Wasser direkt da sein muss - damit der Prozess vor Bezug schon soweit abgeschlossen ist.

Ansonsten kann ich Herrn Haevernick nur zustimmen. Seine Fragepunkte sind grundsätzlich zu klären.

Zum Thema unterschiedliche Ergebnisse der Programme / Diagramme: Hier verwendet jeder so seinen eigenen Ansatz was dann eben zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen führt. Ist im Prinziep wie bei der Ermittlung Durchbiegung im ZII. Kommen auch immer etwas andere Ergebnisse raus. Aber die Richtung passt ja im Grundsatz. Ich hätte im vorliegenden Beispiel die 6,33 cm/m eingebaut (Lohmeyer mit Hinweis DBV) und ggf. vor Einbau Estrich usw. notfalls noch den einen oder anderen Riss verpresst.

Es ist schwer, ein allgemein gültiges Rezept für alle Fälle anzugeben.
Mit freundlichen Grüßen
R. Harzer
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Re: "Weiße Wannen - einfach und sicher", 11. Auflage

Ungelesener Beitragvon Dieter B. aus B. am Di 17. Apr 2018, 15:29

Hallo Herr Harzer,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Ich bin doch erstaunt, wie viele Kollegen die Beiträge gelesen haben aber dann doch keinen Kommentar dazu abgegeben haben. :?:
Das ist ja ein spannendes Thema und ich denke, das betrifft jeden mal in seinem Berufsalltag.
Deswegen verstehe ich es umso weniger, dass hier nicht mal das "Kollektivwissen" ausgebreitet wird.

Sonnige Grüße
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Dieter B. aus B.
 
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