Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Di 11. Jul 2017, 13:29

Hallo Kollegen.

Ich bin gerade in einem anderen Forum über das Thema Holmlasten bei Rettungstreppen gestolpert.

Liege ich richtig in der Annahme das man bei einer außenliegenden Rettungstreppe an ein Gebäude der Kategorie B1 als Holmlast 0,5 kN/m ansetzen kann.
Zumindest würde ich die Formulierungen im Schneider bzw. EC so deuten.

Mir ist das bis jetzt noch nie beim Prüfer zum Verhängnis geworden. Kann ja sein das ich die ganze Zeit was falsch mache und blos noch nich an den richtigen geraten bin. ;-)

Danke und MfG - Thomas
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Di 11. Jul 2017, 13:58

Also in der ASR und bei der Unfallkasse steht auch 0,5 kN/m drin.
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am Di 11. Jul 2017, 16:22

Hallo Herr Handrik,

also bei einer Fluchttreppe würde ich persönlich eher die Kat. Z, nach Zeile 2 der horizontalen Nutzlasten, mit 1,0 kN/m ansetzen.
Denn eine Fluchttreppe ist m.E. doch noch ein „büschen mehr strapaziert“, als die außenliegende Gartentreppe an einem Einfamilienhaus.
Beste Grüße vom Bodensee
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Di 11. Jul 2017, 16:52

Hallo Herr Tagelang.

Danke erstmal für die Antwort. Mir geht's tatsächlich um die Auslegung der Norm.
Und im EC steht meines Erachtens nach das bei B1 für Treppen die Kategorie T1 gilt,
auch für Fluchttreppen. Anders herum könnte ich ja auch immer auf Nummer
sicher gehen und höhere Lasten ansetzen als gefordert. Aber da kommt dann auch
sicher bei Zeiten die nicht ganz unberechtigte Frage vom Architekten oder AG warum
die Profile plötzlich so groß sind. Beim anderen Statiker waren sie immer kleiner.

Ich hab nirgends was gefunden wo steht das man bei Fluchttreppen an Gebäude B1
zwingend 1 kN/m Holmlast ansetzen muss.

Es gibt aber einen Statiker der mir weismachen will das es so ist. Nur dann müsste
es ja auch irgendwo stehen. Naja, vielleicht hab ich ja auch nicht gründlich
genug gesucht. Oder in Hamburg gelten andere Tegeln als in Sachsen.

Vielleicht weis ja jemand wo sowas explizit steht.

Mit freundlichen Grüßen - Thomas
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Di 11. Jul 2017, 17:12

Th. Handrik hat geschrieben:Hallo Kollegen.

.....

Liege ich richtig in der Annahme das man bei einer außenliegenden Rettungstreppe an ein Gebäude der Kategorie B1 als Holmlast 0,5 kN/m ansetzen kann.
Zumindest würde ich die Formulierungen im Schneider bzw. EC so deuten.

.....
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Di 11. Jul 2017, 17:38

Danke Fertigteilchen. Hab schon an mir selber gezweifelt. ;-)
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon M. Wellmann am Mi 12. Jul 2017, 07:42

Moin Herr Handrik,

Sie fragten ja wo dazu was steht.
Ich will ja keine Verwirrung stiften, aber im EC 1 steht dazu in
Tab. 6.12 - Horizontale Lasten auf Zwischenwände und Absturzsicherungen
Auflistung der Kategorien mit A, B, usw..
Dann wirds Interessant, dort steht nämlich in Anmerkung 1:
"Der Zahlenwert von qk darf für die Nutzungskat. A, B und C1 im Bereich von
0,2 kN/m bis 1,0 kN/m (0,5 kN/m) gew. werden."

Aaaber dann folgt natürlich der Hinweis auf den NA.
Hier steht dann: es gilt die Tab. 6.12DE.
Und, oh Wunder, Zeile 1, Kat B1 hat hier 0,5 kN/m.
(Zeile 2, C1: 1,0 kN/m)

Die Norm schlägt also wie die Bautabellen 0,5 vor, zementiert ist das in Europa aber anscheinend nicht.
Ich weiß nicht was in den Nachbarländern gilt, aber die Spanne ist echt groß.
Seltsam, oder...

Allgemein noch zu Fluchttreppen.
Wenn bei mir sowas auf dem Tisch landet gucke ich zuerst immer auf die Einhaltung
der max. Steigung von 190 mm und den min. Auftritt von 260 mm.
Hatte schon mal Ärger deswegen.
Im Zweifel Treppennorm DIN 18065.


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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am Mi 12. Jul 2017, 08:59

Guten Morgen die Herren,
M. Wellmann hat geschrieben:Dann wirds Interessant, dort steht nämlich in Anmerkung 1:
"Der Zahlenwert von qk darf für die Nutzungskat. A, B und C1 im Bereich von
0,2 kN/m bis 1,0 kN/m (0,5 kN/m) gew. werden."

… und genau dann … muss die ingenieurmäßige Analytik einsetzen und die Nutzung des Gebäudes genauer betrachtet/ eingeschätzt werden.

Kategorie B1, z.B. ein Bürogebäude:
- wieviel Personen sind dort beschäftigt? --> 10 oder 150 Pers.
- wieviel Personen nutzen die Fluchttreppe im Katastrophenfall? --> 5 oder 75 Pers.
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mi 12. Jul 2017, 09:47

Genau, die Analytik ist ja das Problem.

Oftmals hat man nur wage Angaben. Man kriegt was auf den Tisch ... "Hier, ne kleine Treppe, bitte mal schnell rechnen."
Dann geht logischer Weise das Standartschema los. Gebäudekategorie, Lasteinstufungen usw. .

Hab mich heut früh mal mit nem Prüfer dazu unterhalten. Der sah es eigentlich genauso wie ich, zumindest im Bereich wo man sich parrallel zu Gelände bewegt. Also die Läufe.
Aber dort wo man orthogonal drauf zu rennen kann, also die Podeste, da würde er das bisschen differenzierter betrachten.

Drauf gestoßen bin ich eigentlich blos wegen einer Diskusion betreffs Treppenwangen als U-Profile unter Torsionsbelastung.

Bei 1 kN/m am Handlauf würde das sicher schon was ausmachen bei den U-Profilen. Aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Holmlast Fluchttreppe an Gebäude der Kategorie B1

Ungelesener Beitragvon M. Wellmann am Mi 12. Jul 2017, 11:12

Hallo zusammen,

ja genau, die Gebäudeklassifizierung ist das Problem.
Notfalls nimmt man eben den negativsten Fall an.

Herr Handrik, ich würde gern noch mal kurz das Thema Wangentorsion aufgreifen.
Ich bemesse zwar die Geländerstiele und den Anschluss an die Wange, leite aber kein
Torsionsmoment aus Holm-Last in die Wange weiter und verzichte ganz auf den T-Nachweis (aus Gel.).

Ich seh das so:
Im Bereich der Läufe ist das U durch die Stufen gehalten, Podeste sind meist relativ kurz und
der Handlauf geht meist 'um die Ecke' ist also zusätzlich gehalten.
Ich habe vor ein paar Jahren in der Werkstatt einen orthogonalen Kragarm an ein U200 schweißen lassen
und einen unserer Obermonteure gebeten (der Mann ist wirklich ein Tier) mit voller Kraft dagegen zu drücken,
passiert ist gar nichts (4m U-Profil, Enden gabelgel.).
Ein Prüfer hat sich bisher auch noch nicht beschwert.
Die 0,5 haben aber schon ihren Sinn. Bemisst man danach die Stiele ergibt sich eine beim Benutzer Vertrauen
erweckende Konstruktion.

Beste Grüße aus OWL
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