Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Nürn85Bär am Do 13. Sep 2018, 19:03

Ich habe ein kleines Bauvorhaben zu Berechnen auf Statisches Hinsicht.

Ein Anbau.

Es besteht aus einer Decke, als Terasse genutz.
Kellerwände rumherum alle betoniert.
Auf 2 Seiten Erdreich zur Wand bis Oberkante Decke.
Eine Seite Frei zur Luft und eine Seite zum Bestandsgebäude.
Bodenplatte Stahlbeton.

Die Frage ist was würdet ihr für Bodenkennwerte annahmen ?

γ/γ` =
φ =
δ` =

Ks =

Bemessungswasserstand ?

und generel Annahmen ?
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Fr 14. Sep 2018, 10:37

Ist schon der 1. April?
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Fr 14. Sep 2018, 20:44

Hallo Nürn85Bär,

als erstes hätte ich den Leuten empfohlen mal wenigstens irgendwo aufzugraben, mal zu schauen ob da Kies, Schluff oder sogar Torfschichten anliegen.
Besser noch ist natürlich ein kleines Baugrundgutachten, kostet ca. 1000,-€.

Ansonsten kann man sicher auch Werte annehmen, muss dann aber auf Nummer sicher gehen und expliziet drauf hinweisen das es sich mangels Baugrundgutachten
um Annahmen handelt und das ein Baugrundgutachten empfohlen wird.

Ja und nun zu den Werten:

Schlechter geht ja immer, hat aber hohe Materialkosten zur Folge...

Schluff allg.

γ/γ` = 20 / 10 kN/m³
φ = 25 bis 30°

Ks = 3 - 8 MN/m³ (ganz schlecht)

Aber wie gesagt, das ist als ob man in die Glaskugel schaut. Da sind die 1000 Euronen meiner Meinung nach besser investiert.

Und zum Abschluss kommt ja bei Ihrem Bauvorhaben auch noch was ganz Heikles hinzu, es handelt sich um einen Anbau.
In Ihrem Fall wird ja der Anbau leichter sein als der Bestand, damit dürften die Setzungen kein Problem werden.
Aber wegen Grundbruch beim Aufgraben ggf. aufpassen.
Th. Behr
 
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Klaus Meyer am Mo 17. Sep 2018, 07:32

Hallo,

Herr Behr versucht immer hilfreiche Antworten zu geben ... echt super. :)
Das meine ich tatsächlich so.

Aber bei den Fragen von Nürn85Bäro...... ob es sich nicht doch um den 1.April handelt (siehe FertigTeilchen) :roll:

Nürn85Bär bietet doch gleichzeitig seine Unterstützung an und hat:
"Erfahrungen habe ich im Massivbau speziel im Wohnungbau und im Ingenieurbau (RÜB, Pumpwerke, Rundbecken, leider noch keine Brücken)" :roll:

finde ich ein wenig fragwürdig

schönen Tag noch

Klaus Meyer
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mo 17. Sep 2018, 08:49

Guten Morgen Herr Meyer,

danke erstmal.

Ich muss dazu erstmal dazu sagen das es mir zu Beginn meiner Laufbahn als Statiker ähnlich ging.
Man versucht da möglichst keine Fehler zu machen, auf der anderen Seite hat man kaum Erfahrungswerte auf die man sich stützen kann.

Man denkt man kommt vom Studium und weiß ganz viel. Und ganz schnell kommt die Einsicht das man das erstmal alles ordnen muss und
teilweise auch in der Praxis die Dinge anders laufen. Naja, wie das eben so ist im wahren Leben.

Ich würde sowas übrigens nie als Aprilscherz ansehen. ...Von mir kommen auch manchmal Fragen wo ich mir nachher denke, das hättest du dir sparen können. :lol:

Das grundsätzliche Problem was Nürn85Bär hat ist wahrscheinlich ein Bauherr der möglichst wenig Geld für die Planung ausgeben möchte.
Nun will man aber trotzdem den Auftrag weil man ja irgendwo mal anfangen muss. Und Fehler will man wie gesagt auch keine machen.

Das Dumme bei sowas ist aber meiner Meinung nach das die Bauherren einem das letzte Hend ausziehen können. Da sollte man sich nicht auf zu viel
einlassen. Wenn er kein Baugrundgutachten anfertigen lassen will, tja dann muss er eben mit Annahmen auf der sicheren Seite leben und den damit
verbundenen Mehrkosten beim Material. Ist ja auch kein Allheilmittel immer alles auf der sicheren Seite zu rechnen, aber gerade am Anfang sollte man
sich auf keine Kunststückchen einlassen. Wenn ein Schadensfall eintritt wird der Spieß immer umgedreht.



P.S. Wollte noch was zu meiner Selbständigkeit loswerden...

Irgendwie hab ich jetzt nen Ruhepuls unter 60, der war in der Festanstellung immer über 80. Komisch oder? Und ich hab immer noch gut zu tun. :)
Hab mal gehört das Herzinfarkte so ne typische Statiker-Sterbeursache sind. :lol: :lol: :lol:

Also dann, frohes Schaffen noch.
Th. Behr
 
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Klaus Meyer am Mo 17. Sep 2018, 10:53

Th. Behr hat geschrieben:Ich muss dazu erstmal dazu sagen das es mir zu Beginn meiner Laufbahn als Statiker ähnlich ging.
Man versucht da möglichst keine Fehler zu machen, auf der anderen Seite hat man kaum Erfahrungswerte auf die man sich stützen kann.

Man denkt man kommt vom Studium und weiß ganz viel. Und ganz schnell kommt die Einsicht das man das erstmal alles ordnen muss und
teilweise auch in der Praxis die Dinge anders laufen. Naja, wie das eben so ist im wahren Leben.


Hallo Herr Behr,
wenn man am Anfang ist, mag das alles auch richtig sein. Keine Erfahrung und man möchte doch alles richtig machen.
Ist ja auch gut so und kann jeder nachvollziehen. :D

Wenn es aber so ist, dass jemand seine Unetrstützung mit "Erfahrung im Wohnungs- und Ingenieurbau" anbietet, vermutlich auch in seinem Umkreis,
sollten ggf. die anstehenden Bodenverhältnisse bekannt sein. bzw.sollte er dann auch wissen wie die weitere Vorgehensweise sein sollte. :shock:

Pauschale Bodenkennwerte kann man nicht sagen. Da gibt es sehr viele Möglichkeiten.

Ich komme geb. aus dem Bergland. Dort ist Felsboden. Die zulässigen Baugrundpressungen sind viel höher als
die zul. Betonpressung des Fundamentbetons.

einen wunderschönen sonnigen Tag (hier zumindest)

Klaus Meyer
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Mo 17. Sep 2018, 13:06

Klipp und Klar:
Ohne Bodengutachten kein Haftpflichtversicherungsschutz.
Das sagt doch alles - oder..........?
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon StefanSt am Mo 17. Sep 2018, 13:30

FertigTeilchen hat geschrieben:Klipp und Klar:
Ohne Bodengutachten kein Haftpflichtversicherungsschutz.
Das sagt doch alles - oder..........?


Die Anzahl der EFH´s die ohne Baugrundgutachten gebaut werden ist hoch. Man kann es natürlich vom BH einfordern aber dann geht er zum nächsten Statiker.
Kann gut aber auch schlecht sein...
StefanSt
 
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon Th. Behr am Mo 17. Sep 2018, 14:11

Drum sag ichs ja,

wenn mans nicht besser weis auf Nummer sicher gehn.

Bei Fels braucht man sich ja keine Gedanken machen.

Wir haben hier bei uns in der Gegend gerade so einen geologischen Kreuzungspunkt.

Im Osten Basaltgebirge, im Südwesten eher Granit, und dann geht es Richtung Norden in Endmoränen aus der letzten großen Eiszeit über.
Und dazwischen liegt irgendwo auch noch Torf und Kohle, teilweise knapp unterm Gelände. Gut wenn man das bisschen weiß wo was ansteht.

Aber ein Baugrundgutachten ersetzt das sicher nicht. Man kann es dem Bauherren aber eben nur empfehlen und wenn er keins will muss man
sich wohl am besten ne Verzichtserklärung ausstellen lassen.
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Re: Kleines Bauvorhaben Ohne Bodengutachten

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Mo 17. Sep 2018, 14:41

Der Verzicht auf eine Baugrunduntersuchung führt im Schadenfall zwangsläufig zu einer Haftung des Architekten oder Fachingenieurs.
https://www.aia.de/news/kein-bauprojekt-ohne-bodengutachten/

Der Verzicht auf ein Bodengutachten führt im Schadenfall zwangsläufig zu einer Haftung des Architekten/Tragwerkplaners und zum Wegfall des Versicherungsschutzes. Sieht der Bauherr die Notwendigkeit nicht, helfen diese Musterschreiben, den Bauherren zu überzeugen
https://www.aia.de/kunden/weitere-informationen/hinweise-fuer-bauherren/

So legen Sie sich beim Häusle-Bauer für ein Baugrundgutachten ins Zeug
https://www.aia.de/news/aia-service-baugrundgutachten/
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