Lastannahmen Straßen

Re: Lastannahmen Straßen

Ungelesener Beitragvon IB Sachs am So 22. Dez 2013, 16:07

Sorry, also - mit 52 kN/m2 war ich dann straßenseitig dabei.
Frohe Weinhnacht und Guten Rutsch!

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Re: Lastannahmen Straßen

Ungelesener Beitragvon Bernd am Mo 23. Dez 2013, 08:08

Vielen Dank für die Rückmeldung. Das ist aber ganz schön viel, da ist man ja noch weit über dem alten SLW60. :o

Dürfte ich vielleicht noch wissen, wie man auf diesen extrem hohen Wert kommt? Denn selbst das Lastmodell 1 gibt doch gar nicht soviel her, wenn man die Achslasten auf einen Erddruck umrechnet.

Ansonsten ebenfalls schöne Feiertage!
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Re: Lastannahmen Straßen

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Mo 23. Dez 2013, 09:21

alter slw 60 mit 33,3 * 1,4 = 47 kN/m2 war doch vergleichbar
und heute sieht man, dass Straßen und Brücken kaputt gehen,
also musste mehr last her
(aber immer nur so viel, wie die Politik bereit ist zu bezahlen)
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Re: Lastannahmen Straßen

Ungelesener Beitragvon Bernd am Mo 23. Dez 2013, 10:11

FertigTeilchen hat geschrieben:alter slw 60 mit 33,3 * 1,4 = 47 kN/m2 war doch vergleichbar

Das stimmt m. E. so nicht ganz.

Die DIN 1072 sagte dazu:
3.3.4 Schwingbeiwerte

(1) Beim Berechnen aller Brückenteile einschließlich der Lager, Auflagersockel und Auflagerbänke sowie Stützen - ausgenommen Widerlager, Pfeiler und Gründungskörper
samt Bodenfugen
- sind die Verkehrsregellasten der Hauptspur, im Falle von Schienenbahnen 1) außerdem die Lastenzüge eines Gleises, mit dem Schwingbeiwert qı zu vervielfachen (siehe Beiblatt 1 zu DIN 1072).

(2) Ohne Schwingbeiwert sind einzusetzen außerhalb der Hauptspur anfallende Verkehrsregellasten, Verkehrsregellasten von Geh- und Radwegbrücken und Verkehrsregellasten auf der Hinterfüllung von Bauwerken.


Zum Rest: Mag sein, dass Straßen kaputt gehen. Das liegt aber sicherlich nicht an der Bemessung einer Garagenwand, denke ich. ;) Schaden tut es dem Bauwerk aber natürlich sicher nicht, wenn man etwas höhere Lasten ansetzt. Spätestens wenn die Bundeswehr mal wieder mit den Panzern durch den Ort rollt, wackelt es dann vermutlich doch etwas. :D
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Re: Lastannahmen Straßen

Ungelesener Beitragvon Robert am Do 27. Feb 2020, 09:13

Hallo Statiker-Gemeinde,

ich bin bei der Google-Suche nach Antworten auf mein Problem auf dieses Forum gestoßen, also neu hier, und bin gespannt auf Antworten :)

Ich arbeite seit Dezember 2019 nach langer Abstinenz vom Fachgebiet als Statiker/Konstrukteur in einem Betonwerk, leider als einziger, nachdem mein Vorgänger schon ca. ein Jahr nicht mehr hier war.

Meine Frage ist folgende:

Für unsere Tröge bzw. die zugehörigen Abdeckungen wird hier im Katalog und in Kundenanfragen mit "Belastungsklassen nach DIN EN 124/1229" hantiert. Diese Belastungsklassen (für Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen) enthalten jedoch keine Lastannahmen, sondern Prüflasten. Ein externer Statiker, der in der Vergangenheit für unser Werk gearbeitet hat, sagte, man müsse den Belastungsklassen sinnvoll und in Absprache mit dem Prüfstatiker Lastannahmen zuordnen.
Dies wurde hier im Werk folgendermaßen vorgenommen, dazu existiert ein häufig kopiertes handschriftliches DIN A4 - Blatt (natürlich z.T. ohne Quellenangaben):

Belastungsklasse nach DIN EN 124-------------zugeordnete Belastung-------------(vermutete) Herkunft
Klasse A (Fußgänger, Radfahrer)---------------5,00 kN/m²---------------------------Lasten auf Fußgängerbrücken oder Flächen für große Menschenansamml. nach -----------------------------------------------------------------------------------------------DIN EN 1991-1-1 ?
Klasse B (PKW-Parkflächen /-decks)-----------5,00 kN/m² (2xQk = 20kN)--------alte Brücken(Nachrechnungs-)klasse 6/6 ?
SLW 30 (gehört hier eig. nicht dazu)-----------16,7 kN/m², Radlast Qk=50kN----alte Brückenklasse 30/30 nach DIN 1072 ?
Klasse D (Flächen für alle Arten----------------32,0 kN/m² Radlast Qk=96kN-----Ersatzflächenast alte Brückenklasse 60/30 33,3kN/m² und Radlast nach LM 2
---von Straßenfahrzeugen)---------------------------------------------------------------nach DIN-Fb (Achslast/2*beta(nat. Anpass.-Faktor)) ?

Weiterhin gibt es noch die Unterscheidung "begehbar" und "befahrbar". Dazu zugeordnet sind, nach einer Tabelle, die hier an die Wand gepinnt ist, "Lastannahmen nach DIN Fb 101":
begehbar (vormals BKl 12/12) - außergewöhnliche Radlast von max. 40 kN
befahrbar (vormals BKl 60/30) - Radlast 100 kN bzw. 120 kN + 9 kN/m²

Was mache ich nun mit solchen Angaben? Die Normen sind z.T. schon lange nicht mehr gültig. Setze ich aber Einwirkungen auf Straßenbrücken nach DIN EN 1991-2 an, hätte das vermutlich zur Folge, dass unsere Abdeckungen plötzlich alle die doppelte Bewehrung und die anderthalbfache Dicke hätten.
Auf der anderen Seite befinden wir uns ja auch nicht im Hochbau, also die Nutzlasten der DIN 1991-1-1 erscheinen mir z.T. auch nicht adäquat (am ehesten noch der Verweis auf die DIN 1072 (Holschemacher Kap. 1, 4.1.6)

Gespannte Grüße! :)
Robert
 
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