Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Sie haben eine Idee, wie die Software noch besser werden kann.

Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am Mi 12. Sep 2018, 07:29

Hallo Herr Sommer,

eine Erweiterung des Moduls um das System „Lasteinleitung im Träger“ fände ich sehr nützlich.

Lasteinleitung-Stahl-1.JPG
Lasteinleitung-Stahl-1.JPG (15.45 KiB) 339-mal betrachtet



Hintergrund/ Praxis:

Bauen und Umbauen im Bestand wird immer mehr.

Z.B. für einen Gebäudeanbau sollen dann tragende Außenwandbereiche des Bestands herausgenommen werden und die erforderlichen Abfangkonstruktionen sollen „selbstverständlich“ nicht gesehen werden.

In der Umsetzung bleibt dem Planer dann nur die Möglichkeit, den Stahlträger in Deckenebene zu setzen.

D.h. der Träger wird so groß gewählt, dass die bestehende Decke in das Maul des Doppel-Trägers passt. Beispielsweise ein HEA 240 für eine bestehende Decke mit h= 20 cm.
Der neue Deckenteil des Anbaus wird in das Maul des Trägers gegossen.


Anbei ein Fall aus aktueller Praxis: (mit neuen Deckenteilen)
.
Lasteinleitung-Stahl-3.jpg
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon Haevernick am Mi 12. Sep 2018, 08:15

Hallo Herr Taglang,
Bei annähernd gleichen Spanneiten können Sie das doch vereinfacht als Kragträger nachweisen. Bei der Profilauswahl auf Flachstahl gehen. Konstruktiv könnte man noch ein paar Stegbleche einschweißen, zumindest am Auflager. Wenn die Decke eine Scheibenwirkung übernimmt, würde ich mittig noch Bewehrungseisen durch den Steg führen.
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am Mi 12. Sep 2018, 09:38

Hallo Herr Haevernick,

besten Dank für Ihr Feedback.

Haevernick hat geschrieben:Bei annähernd gleichen Spanneiten können Sie das doch vereinfacht als Kragträger nachweisen. …

Ja, klar … so habe ich es auch gemacht. ;)

Dabei bin ich eben darauf gekommen, dass es eleganter wäre, wenn man diese Option (am besten mit unterschiedlichen Lasten auf dem linken und rechten Unterflansch -Torsion-) im Programmmodul „Lasteinleitung-Stahl“ hätte.
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon K. Hümmerich am Mi 12. Sep 2018, 11:57

Hallo Herr Taglang,
Sie schrieben: .......
Dabei bin ich eben darauf gekommen, dass es eleganter wäre, wenn man diese Option
(am besten mit unterschiedlichen Lasten auf dem linken und rechten Unterflansch -Torsion-)
im Programmmodul „Lasteinleitung-Stahl“ hätte.

Das wär´s dann?
Frage : "wohin mit dem Differenzmoment zwischen rechter u. linker Seite?"

In der Praxis wird es meist unterlassen zu diesem Punkt auch nur Etwas auf´s Papier zu bringen.
Natürlich steht es um die dünnen Flansche der HEA schlechter als bei den dicken Flanschen der HEB.
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am Mi 12. Sep 2018, 13:20

Hallo Herr Hümmerich,

auch Ihnen Danke für Ihre Antwort. :)
K. Hümmerich hat geschrieben:Das wär´s dann?
Frage : "wohin mit dem Differenzmoment zwischen rechter u. linker Seite?"

Sicher sind Torsionsbeanspruchungen bis in die Auflagerbereiche zu verfolgen und nachzuweisen.
Das würde aber den Rahmen des Moduls „Lasteinleitung-Stahl“ sprengen.

Aber mal ehrlich … wie oft haben Sie den Fall der klassischen Torsion?

Wenn, wie im Fall meines Praxisbeispiels, der Träger in die anzuschließenden Deckenplatten einbetoniert wird, kann sich der Träger aufgrund eines Differenz-Momentes, gar nicht groß verdrehen.
Aus der Deckenverformung ja … allerdings geringfügig.
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon M. Wellmann am Fr 14. Sep 2018, 08:57

Guten Morgen zusammen,

ich hätte da so meine Zweifel ob die Decke ohne weitere konstruktive Maßnahmen
in das 'Trägermaul' (hab ich so auch noch nicht gehört, wieder was gelernt ;) )
gegossen werden kann, natürlich abhängig vom System.
Ohne Verbund Beton/Stahl wird sich der Träger verdrillen und sich der Last entziehen,
es wird sich wohl eine Trennfuge im Bereich Untergurt UK Decke ausbilden.
Ich würde geeignete Stegbleche mit Löchern zum durchstecken von Bew. stahl einschweißen lassen.
Dann habe ich für Verbund gesorgt und leite die Querkraft in den Trägersteg und minimiere so die Torsion.


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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon FertigTeilchen am Fr 14. Sep 2018, 10:36

......sehe ich auch so.
"Früher" wurden einfach Baustahl B500 Stecker ø12 an den Träger geschweißt.
Natürlich mit Eignungsnachweis......
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon Andreas Taglang am So 16. Sep 2018, 21:53

So, meine Herren … erstmal ein kollegiales und freundliches hallo, :)

man soll ja die Meinung seiner versierten Kollegen nicht einfach ignorieren … mach ich auch nicht. ;)

Besten Dank für eure konstruktiven Anmerkungen.

Ich hab mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Material zwar sehr intelligent ist, aber ich diese Intelligenz nicht nachweisen kann.

Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass ein in der Deckenebene, einbetonierter Stahlträger mit Gegendruck aus den gegenüberliegenden Auflagern (klar, kommt auf jedes einzelne System an), nicht viel Torsion erfährt.

Was ein Thema ist bei der Lagerung von Massivbauteilen im Trägermaul, ist die Auflagertiefe (Stichwort. „Endverankerung“) … da geht es tatsächlich um bauuntypische „mm“.
Deshalb habe ich mich dafür entschieden, Steckeisen vorzusehen, die die beiden Plattenteile zusammenhängen.

Um der nicht nachweisbaren Intelligenz des Materials gerecht zu werden, habe ich weiter die Trägerauflagerpunkte mit Steifen versehen und am Unterflansch, je Auflager eine Lasche angeschweißt und mit 2 Bolzenanker im Bestand fixiert.

Anbei nochmals die Situation, aus anderer Perspektive, aus dem Ausführungsplan. ;)
.

zu 0379-8 -UG-Deckenteil-16.09.18-2.jpg
...
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon B. Funke am Mo 17. Sep 2018, 10:19

Hallo zusammen,
ich kann Herrn Taglang bei seinem Verbesserungsvorschlag nur unterstützen. Das haben wir im Holzbau ständig, Decke auf unteren Flansch. Derzeit erfolgt der Nachweis mit Hilfe einer Word-Vorlage :?
Auch wenn ich mir die Konstruktionsdetails der Hersteller von Betonfertigteilen anschaue, so leiten diese m.E. keine Lasten in den Steg ein.

Gruß in die Runde und allen eine gute Woche

B. Funke
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Re: Lasteinleitung-Stahl │ -Flanschbelastung-

Ungelesener Beitragvon M. Wellmann am Mo 17. Sep 2018, 11:16

Hallo zusammen, hallo Herr Taglang,

ich hatte ja geschrieben ,systemabhängig'.
Sie haben ja eine beidseitige Lasteinleitung in Ihr Profil, dann wird sich die
Torsion nicht allzu negativ auswirken.

Wenn ich mir Ihre 1. Grafik gleich genauer angesehen hätte...
Man wird halt älter, ich glaub ich brauch 'ne Lesebrille. :geek:


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